MIPI Alliance gründet Kinematics Working Group zur Standardisierung von Sensordatenströmen

MIPI Alliance gründet Kinematics Working Group zur Standardisierung von Sensordatenströmen

Neues Kinematic Streaming Format soll basierend auf MIPI CSI-2 Radar- und Lidar-Anwendungen in Automobilindustrie, Robotik und anderen kinematischen Bereichen optimieren

Bridgewater, N.J.  15. September 2026 – Die MIPI Alliance, eine internationale Organisation zur Entwicklung von Spezifikationen für die Standardisierung kabelgebundener Schnittstellen in mobilen und anderen vernetzten Ökosystemen, hat die Gründung einer Arbeitsgruppe für Kinematik bekanntgegeben. Ziel der Kinematics Working Group ist die Entwicklung eines standardisierten Datenformats, das kinematische Sensordatenströme über die weit verbreitete Kamera- und Bildverarbeitungsschnittstelle MIPI CSI-2 übertragen kann.

Kinematische Sensoren wie Radar und Lidar erfassen unter anderem Bewegung, Position, Geschwindigkeit und Beschleunigung von Objekten. In Bereichen wie Automotive, Robotik sowie der Luft- und Raumfahrt ergänzen sie typischerweise Bildsensoren und liefern Daten, die für eine präzise Positions- und Bewegungserfassung entscheidend sind.

Radar- und Lidar-Systeme nutzen bereits häufig die Schnittstelle MIPI-CSI-2. Die von den Sensoren erzeugten sogenannten „Chirp“-Daten werden bislang jedoch meist in proprietären Formaten dargestellt. Genau hier setzt das geplante MIPI Kinematic Streaming Format (MIPI KSF) an: Es soll die unterschiedlichen Ansätze vereinheitlichen und ein standardisiertes Format für die unverarbeiteten kinematischen Rohdaten schaffen, und zwar unmittelbar nach deren Digitalisierung.

Im Hardware-/Software-Stack liegt KSF als Anwendungsschicht oberhalb der CSI-2-Protokollschicht. Damit lässt sich das Format mit MIPI-Spezifikationen für Physical-Layer-Schnittstellen (PHY) ebenso kombinieren wie mit anderen von MIPI autorisierten PHYs.

Die erste Version der KSF-Spezifikation konzentriert sich auf Radarsysteme, die Rohdaten des Sensors zur zentralisierten Verarbeitung übertragen. Dieser Ansatz ermöglicht nicht nur Kosteneinsparungen, sondern schafft auch die Voraussetzungen dafür, moderne KI- und Machine-Learning-Verfahren direkt auf die Sensordaten anzuwenden.

Über die initiale Spezifikation hinaus will die Arbeitsgruppe auch radarbasierte Anwendungsfälle für 6G Integrated Sensing and Communications (ISAC) einbeziehen. Darüber hinaus sollen Einsatzszenarien berücksichtigt werden, die Lidar, Ultraschall und weitere kinematische Sensortechnologien nutzen.

Für das neue Streaming-Format sind außerdem eine Konformitäts-Testsuite sowie begleitende Dokumente, darunter Whitepaper und FAQs, geplant.

„Mit der zunehmenden Verbreitung von Radar- und Lidar-Sensoren ist der Bedarf an einer standardisierten Lösung für die zentralisierte Verarbeitung deutlich geworden“, erläutert Rick Wietfeldt, kommissarischer Leiter der MIPI Kinematics Working Group. „Durch die Anbindung an das etablierte MIPI Kamera-Ökosystem können wir einen einheitlichen Ansatz schaffen, der dazu beiträgt, sowohl die Systemkosten als auch den Integrationsaufwand zu reduzieren.“

Die Kinematics Working Group sucht zudem die Zusammenarbeit mit anderen Standardisierungsorganisationen. Gemeinsam sollen die unterschiedlichen technischen Anforderungen und Marktbedürfnisse adressiert werden, die sich aus der wachsenden Zahl kinematischer Sensoranwendungen ergeben.

Folgende MIPI-Mitgliedsunternehmen gehören der Arbeitsgruppe an: Infineon Technologies AG; Intel Corporation; LG Electronics, Inc.; LG Innotek; Mixel, Inc.; NXP Semiconductors; Qualcomm Incorporated; Robert Bosch GmbH; Samsung Electronics, Co.; Silvaco, Inc.; Sony Semiconductor Solutions Corporation; STMicroelectronics; Synopsys, Inc.; Texas Instruments Incorporated; Valens Semiconductor und weitere.

Unternehmen, die als MIPI „Contributor“-Mitglieder in den Bereichen Radar, Lidar und verwandten Sensor-Ökosystemen tätig sind, sind zum Beitritt der Arbeitsgruppe eingeladen. Weitere Informationen dazu gibt es unter https://www.mipi.org/groups/kinematics.

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Über MIPI Alliance

Die MIPI Alliance (MIPI) entwickelt standardisierte Spezifikationen für kabelgebundene Schnittstellen in Mobilgeräten und weiteren vernetzten Ökosystemen. Die 2003 gegründete Organisation zählt weltweit mehr als 375 Mitgliedsunternehmen und verfügt über mehr als 15 aktive Arbeitsgruppen, die Spezifikationen für das erweiterte mobile Ökosystem erarbeiten. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem Mobiltelefon-Hersteller, Geräte-OEMs, Softwareanbieter, Halbleiterunternehmen, Entwickler von Applikationsprozessoren, Anbieter von IP- und EDA-Tools, Automobilhersteller und Tier-1-Zulieferer, Test- und Messtechnikunternehmen sowie Hersteller von Kameras, Displays, Tablets und Laptops. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.mipi.org. 

MIPI® und CSI-2® sind ist eine eingetragene Marken der MIPI Alliance. KSF ist eine Marke der MIPI Alliance.

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